E********pHallo ! Ich hatte mich viele Jahre mit dem Thema leben in Ungarn beschäftigt und hatte mich auch nach einem kleinen Häuschen als Zweitwohnsitz dort umgeschaut. Und ich habe mich auch intensiv mit dem Land beschäftigt. Dies ist sehr wichtig, denn es geht ja nicht nur um das Haus in dem man wohnt, sondern auch um Dinge wie: Gesundheitssystem, Infrastruktur, Öffis, Versorgung, Steuersystem, Politik...uvm.. Und bei diesen genannten Dingen kamen bei mir immer mehr Zweifel, ob dies wirklich das passende Land für mich wäre.
Ich habe meinen Hauptwohnsitz in Österreich und bin sehr oft in Ungarn, z.B. zum Zahnarzt in Sopron. Was mir immer wieder auffällt ist, dass es dem Großteil der Menschen dort wirtschaftlich nicht gut geht. Viele pendeln jeden Tag nach Österreich zur Arbeit oder haben dort einen Zweitwohnsitz. Die Lebenshaltungskosten sind im Verhältnis zu den geringen Gehältern in Ungarn sehr hoch. Vergleiche ich z.B. die Preise beim Rossmann oder dm Drogeriemarkt mit denen in DE oder AT, bin ich schockiert.
Städte wie Sopron (Ödenburg) oder Mosonmagyaróvár sind Zahnarztstädte, also für den Zahnarzttourismus bekannt. Dies ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in diesen Städten. Davon profitieren nicht nur die zahlreichen Zahnarztpraxen und Dentallabore, sondern auch die Hotels, Gastronomie und Handel. Viele Praxen haben Verträge mit Hotels oder Fahrdiensten, die Patienten in AT abholen und nach der Behandlung wieder zurück nach AT bringen.
Patienten aus DE,AT,Frankreich und der Schweiz, die laut Auskunft der Praxen wo ich bisher in Bahandlung war und weiterhin bin, machen ca. 3/4 aller Patienten in den Praxen aus! Für uns ist die Behandlung in Ungarn äußerst günstig. Hingegen können sich viele Ungaren keinen Zahnarzt in Ungarn leisten.
Richtig schlecht sieht es wirtschaftlich auf dem Lande aus. Dort herrscht Massenarbeitslosigkeit und bittere Armut bis hin zu Hunger und Verelendung. Eine TV Doku hatte vor kurzem das reale Leben auf dem Lande in Ungarn gezeigt. Diese Bilder haben mich schockiert und man kann es sich kaum vorstellen, dass so ein "Leben" in einem EU-Land möglich ist.
Viele Menschen, besonders Rentner, aus DE,AT,CH kaufen sich auf dem Lande in Ungarn ein Haus. Ohne Auto ist dies meist gar nicht möglich. Viele Häuser standen vor dem Kauf 10-20 Jahre leer. Diese wurden dann oft notdürftig „saniert“ (wenn man das so nennen will), übergemalt und dann als „komplett saniert“ an ahnungslose Leute aus diesen Ländern verkauft. Es dauert nicht lange und Schimmel und Schwamm kommt zum Vorschein, Wasser- und Stromleitungen gehen kaputt...usw.. Solche Dinge habe ich sehr häufig gehört. Und wenn man dort nur zeitweise, also mit Zweitwohnsitz lebt, kann man bei der Rückkehr Pech haben, dass inzwischen Einbrecher da waren, das Haus verwüstet oder dass Zigeuner dort gehaust haben.
Und da vor allem viele Rentner nach Ungarn auswandern noch ein ganz wichtiger Punkt: Man wird ja bekanntlich mit dem Alter nicht gesünder und fiter. Deshalb muss man beachten, dass das Gesundheitssystem nicht so gut ist, wie man es z.B. von DE kennt. Dieser Nachteil trifft nicht für Zahnarztbehandlungen zu, wie ich ja schon schrieb.
Was die EU betrifft, ist Ungarn ein Nehmerland. Es wurden enorme Mengen Geld ins Land gepumpt, um es zu dem zu machen, was es heute wirtschaftlich ist. Dankbar zeigt sich das Land aber nicht, denn Ungarn zeigt sich politisch als EU-feindlich.
Man kann in Ungarn Glück haben ein Haus zu finden, in das man nach einem vermeintlich günstigen Kauf nicht nochmal die gleiche Summe für eine Komplettsanierung stecken muss. Man kann aber auch Pech haben, so dass vielleicht ein Abriss sinnvoll wäre.
Für mich wirkt Ungarn nicht wie ein demokratisches Land. Und als politisch und wirtschaftlich stabil schätze ich das Land auch nicht ein. Es hat Gründe, warum immer mehr Ungaren das Land verlassen und z.B. nach Österreich ziehen.
Ich rate jedem sich genau zu informieren, wenn man keine böse Überraschung erleben will.
E********pIch habe noch etwas vergessen. Egal wohin man auswandert bzw. einen Zweitwohnsitz hat, sollte man immer die Landessprache lernen, bevor man diesen Schritt geht. Ich erlebe es nämlich ständig, dass die Leute in Ungarn weder Deutsch, noch Englisch sprechen. Ausnahme sind Zahnarztpraxen, Hotels und teilweise andere Dienstleistungsunternehmen. Aber wenn ich Leute auf der Straße oder in Läden anspreche, erlebe ich meistens, dass kaum jemand Deutsch oder Englisch spricht. Noch anders ist es bei den Behörden. Da kommt man ohne Ungarisch meistens gar nicht weiter.